Wenn Prozesse Code werden – die unsichtbare Arbeit hinter dem digitalen Unternehmen
Wer mit Linux, Cloud-Technologien oder Automatisierung arbeitet, kommt schnell mit Systemen in Berührung, die weit über den eigenen Server oder Container hinausgehen. Diese Systeme sind oft Teil einer größeren IT-Landschaft – bestehend aus Anwendungen, Prozessen, Datenströmen und Managementstrukturen. Genau hier beginnt das Feld der Informationssysteme. Für uns als Techniker:innen ist es wichtig, nicht nur die Tools zu beherrschen, sondern auch zu verstehen, wie diese in die gesamte digitale Wertschöpfung eingebettet sind.
1. Was sind Informationssysteme – und warum sollte dich das interessieren?
Informationssysteme (IS) sind technische und organisatorische Strukturen, die Geschäftsprozesse unterstützen. Klingt trocken? Ist es aber nicht – denn als Admin oder DevOps-Profi bist du der oder diejenige, die diese Systeme zum Leben erweckt:
- Du richtest die Infrastruktur ein, auf der Anwendungen wie ERP, Wiki, Monitoring oder Self-Service-Portale laufen.
- Du stellst sicher, dass diese Systeme verfügbar, sicher und performant bleiben – egal ob On-Prem, in der Cloud oder hybrid.
- Du automatisierst deren Bereitstellung, Konfiguration und Integration mit anderen Services.
Praxisbeispiel: Du betreust eine GitLab-Instanz im Unternehmen. Für den Entwickler ist es ein Tool zum Committen. Für dich ist es ein System mit CI/CD-Pipelines, Zugriffskontrollen, Container-Registry, Webhooks – und Teil eines produktiven Gesamtsystems.
2. Vier Perspektiven auf Informationssysteme – techniknah gedacht
Wenn man Informationssysteme systematisch analysiert, ergeben sich vier Blickwinkel, die für deine tägliche Arbeit besonders wichtig sind:
- Technik: Server, Netzwerk, Container, Automatisierung. Du betreibst die physische und logische Infrastruktur.
- Daten: Logs, Konfigurationsdateien, Metriken, User-Datenbanken – du verstehst, wie Daten fließen und gesichert werden müssen.
- Anwendungen: Nextcloud, Gitea, Zammad, Mattermost – du bringst die Tools zum Laufen und verbindest sie sinnvoll über APIs oder Authentifizierungssysteme.
- Organisation: Du denkst in Rollen, Berechtigungen, Prozessen. Du weißt, welche Systeme von welchem Team wie genutzt werden.
3. Informationssysteme sind Teil digitaler Wertschöpfung
Jedes Mal, wenn du ein System bereitstellst, wartest oder verbesserst, beeinflusst du direkt oder indirekt den Geschäftsprozess dahinter:
- Ein automatisiertes Deployment-Skript spart Entwickler:innen Zeit.
- Ein funktionierendes Monitoring verhindert Ausfälle und steigert die Verlässlichkeit.
- Ein gutes Berechtigungskonzept schützt sensible Daten – und erfüllt Compliance-Anforderungen.
Du bist nicht nur der „Admin“, sondern ein strategischer Enabler der digitalen Transformation.
4. Von der Theorie zur DevOps-Praxis: Wie du IS managst
Wenn man sich anschaut, wie Informationssysteme gemanagt werden, erkennt man schnell viele Parallelen zu modernen DevOps-Methoden:
- Change Management → GitOps: Infrastrukturänderungen erfolgen kontrolliert über Git.
- Release Management → CI/CD: Du automatisierst Tests, Builds und Deployments.
- Incident Management → Alerting & Monitoring: Du erkennst Fehler frühzeitig und automatisierst Reaktionen.
- Systemintegration → APIs & Event-driven Architecture: Du orchestrierst Systeme über Schnittstellen und Trigger.
Informationssysteme „laufen“ nicht einfach – sie müssen bewusst geplant, integriert, betrieben und weiterentwickelt werden. Genau das ist deine Rolle.

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