Wenn du dich mit Podman beschäftigst, begegnet dir früher oder später ein ungewöhnlicher Name: Fedora CoreOS. Doch was ist das genau? Warum wurde es entwickelt – und was hat das mit sicheren Containern, DevOps oder Homelabs zu tun?
In diesem Beitrag erkläre ich dir verständlich, was Fedora CoreOS ist, wie es mit Podman zusammenhängt – und warum dieses Betriebssystem heute so wichtig ist.
Was ist Fedora CoreOS?
Fedora CoreOS ist ein spezielles Linux-Betriebssystem, das entwickelt wurde, um Container möglichst sicher und automatisiert zu betreiben. Es basiert auf Fedora, wird aber ganz anders genutzt als z. B. Fedora Workstation oder Fedora Server.
Die wichtigsten Eigenschaften:
- Immutable: Das System ist schreibgeschützt und verändert sich nicht während der Laufzeit.
- Automatische Updates: Das OS aktualisiert sich selbstständig im Hintergrund.
- Podman vorinstalliert: Container werden mit Podman betrieben, ohne Docker.
- Ignition: Die Konfiguration passiert einmalig beim Start – via YAML oder JSON-Datei.
Warum ein „unveränderliches System“?
Der Vorteil eines unveränderlichen Systems ist: Du weißt immer genau, in welchem Zustand es ist. Es gibt keine „Konfigurationsdrift“ durch manuelle Änderungen. Dadurch werden Updates einfacher, sicherer und besser kontrollierbar.
Für den Container-Betrieb heißt das: Du kümmerst dich nur noch um deine Container – nicht mehr um das darunterliegende System.
Podman & Fedora CoreOS – ein perfektes Duo
Fedora CoreOS ist so aufgebaut, dass du Container über Podman starten kannst – automatisch, via Systemd oder per Ignition-Skript. Dabei brauchst du keinen Docker-Daemon und auch keine grafische Oberfläche.
Typisches Szenario:
- Du definierst dein System einmal in einer Konfigurationsdatei (Ignition)
- Du startest den Server oder die VM – Fedora CoreOS richtet sich automatisch ein
- Container werden automatisch gestartet, upgedatet und betrieben
Was bringt dir das für deinen Lernweg?
Wenn du dich auf LPIC-1 oder DevOps vorbereitest, dann ist Fedora CoreOS ein Paradebeispiel für moderne Infrastruktur:
- Du lernst, wie man systemnahe Automatisierung umsetzt
- Du verstehst, was ein container-native Betriebssystem ausmacht
- Du kannst Podman so nutzen, wie es gedacht ist – leicht, sicher, rootless
Außerdem ist Fedora CoreOS ideal für Homelabs, Edge-Server oder Cloud-VMs, bei denen du keine klassische Distribution pflegen willst.
Was ist der Unterschied zu Fedora Workstation oder Ubuntu?
Fedora CoreOS ist kein Allzwecksystem. Du kannst es dir wie eine „Containerplattform in Minimalform“ vorstellen. Kein Paketmanager, kein Desktop, keine manuelle Konfiguration. Alles ist automatisiert und deklarativ.
Das Ziel: Einmal definieren, beliebig oft sicher ausrollen. Das macht es besonders interessant für DevOps-Umgebungen, OpenShift, Kubernetes-Knoten oder Selfhosting-Projekte mit vielen Containern.
Fazit: Ein Betriebssystem für Container – und für dich?
Fedora CoreOS ist nicht für jeden Anwendungsfall gedacht – aber wenn du ernsthaft in die Welt von Container-Plattformen, Automatisierung und DevOps eintauchst, wirst du früher oder später damit arbeiten. Es bietet dir die perfekte Umgebung, um Podman systematisch zu nutzen – ohne Ballast, dafür mit maximaler Kontrolle.
Mein Tipp: Probiere es im Homelab aus – zum Beispiel als VM oder Bare-Metal-Installation mit automatisch gestarteten Podman-Containern.

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