Proxmox VE Funktionen im Überblick – von Einsteiger bis Enterprise

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Proxmox VE ist eine All-in-One-Lösung für Virtualisierung mit einer riesigen Funktionsvielfalt. Doch nicht alles davon muss man sofort verstehen. In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Funktionen auf welchem Lernniveau wichtig sind – vom Einstieg bis zur DevOps-Toolchain im Unternehmen. Ideal, wenn du gerade lernst oder dich auf Linux-Zertifizierungen vorbereitest.

🔰 Einstieg: Linux Essentials Niveau

Wenn du gerade anfängst, sind diese Funktionen besonders relevant. Sie helfen dir, den Umgang mit Linux und grundlegender Servervirtualisierung zu verstehen.

  • Weboberfläche (GUI): Eine benutzerfreundliche Oberfläche, mit der du VMs und Container einfach anlegen, starten und verwalten kannst – ganz ohne Kommandozeile.
  • Virtuelle Maschinen (KVM): Damit kannst du Betriebssysteme wie Ubuntu oder Fedora in einem virtuellen Fenster starten – ideal zum Üben.
  • Container (LXC): Ressourcenleichte Mini-Systeme, mit denen du z. B. Nextcloud oder Pi-hole in Sekunden starten kannst. Läuft direkt auf dem Linux-Kernel.
  • Snapshots: Du kannst den Zustand eines Systems „einfrieren“ und später zu diesem Punkt zurückkehren. Sehr nützlich beim Lernen.
  • Backup & Restore: Sichere einzelne Maschinen oder Container mit wenigen Klicks. Backups können regelmäßig geplant und bei Fehlern schnell zurückgespielt werden.
  • Vorbereitete Images: Es gibt fertige Linux-Container-Templates, mit denen du z. B. Debian oder Ubuntu sofort starten kannst.
  • Updates über die Oberfläche: Auch Systemupdates kannst du per Klick im Webinterface ausführen.

🛠️ Fortgeschritten: LPIC-1 Niveau

Wenn du LPIC-1 lernst oder dich auf eine erste Admin-Stelle vorbereitest, solltest du dich mit diesen Funktionen beschäftigen:

  • Netzwerkbrücken & VLANs: Proxmox erlaubt es, mehrere virtuelle Netzwerke zu erstellen – zum Beispiel ein internes Netz für Container oder ein Management-Netz.
  • ZFS & LVM: Moderne Speichertechnologien wie ZFS ermöglichen Snapshots, Prüfsummen und RAID-Funktionen ohne separate Hardware. LVM erlaubt flexible Partitionsgrößen.
  • CLI (Command Line Interface): Wer mehr Kontrolle will, kann VMs und Container auch per Terminal befehligen – mit dem pct-Tool oder der qm-Verwaltung für KVM.
  • Container-Ressourcen begrenzen: Du kannst CPU, RAM und Festplatte pro Container begrenzen – direkt über die GUI oder Konfigurationsdateien.
  • Backup-Jobs mit Zeitplan: Mit dem eingebauten Planer lassen sich automatische Backups zu festen Zeiten definieren (z. B. täglich 2:00 Uhr).
  • Benutzer- und Rechteverwaltung: Erstelle Benutzer mit verschiedenen Rollen (z. B. Admin, nur-Lese-Rechte) und verwalte Zugriff auf bestimmte VMs.

🚀 Profi-Level: LPIC-2 & LPIC-3 Niveau

Auf diesem Level bist du meist in produktiven Umgebungen unterwegs oder verantwortest komplexere Systeme. Diese Funktionen sind jetzt wichtig:

  • Cluster-Funktion: Mehrere Proxmox-Server lassen sich zu einem Cluster zusammenschließen. Konfigurationen werden automatisch synchronisiert.
  • Live-Migration: VMs können im laufenden Betrieb von einem Server zum anderen verschoben werden – ohne Downtime.
  • Hochverfügbarkeit (HA): Fällt ein Node aus, wird die betroffene VM automatisch auf einem anderen Knoten neu gestartet – ohne manuelles Eingreifen.
  • Firewall mit IPv4/IPv6: Proxmox bietet eine integrierte Firewall, die auf jeder Ebene (VM, Host, Cluster) eingesetzt werden kann.
  • PCIe Passthrough: Du kannst dedizierte Hardware wie Grafikkarten oder Netzwerkkarten direkt an eine VM durchreichen – ideal für Performance-intensive Anwendungen.
  • TPM, UEFI, Secure Boot: Moderne Features für sicherheitskritische oder neue Betriebssysteme sind eingebaut.
  • Authentifizierung & 2FA: Proxmox unterstützt LDAP, Active Directory, PAM und OpenID Connect. Außerdem kannst du Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren (TOTP, WebAuthn, YubiKey).

🌐 DevOps & Enterprise: Automatisierung und Integration

Wenn du in Richtung DevOps, Cloud oder Enterprise-IT willst, sind diese Funktionen besonders wichtig:

  • REST API: Alle Funktionen von Proxmox lassen sich über eine offene API ansprechen – ideal für Ansible, Terraform oder eigene Automatisierungen.
  • Software-defined Networking (SDN): Du kannst komplexe Netzwerke mit VLAN, VXLAN, BGP, NAT, Routing und Firewall-Zonen komplett in Proxmox abbilden.
  • Software-defined Storage: Proxmox unterstützt Ceph nativ – ein verteiltes, fehlertolerantes Speichersystem für Cluster.
  • Storage-Replication: Nutze ZFS, um Daten zwischen Nodes asynchron zu replizieren – auch ohne Shared Storage.
  • API-Tokens & Zugriffsschlüssel: Feingranulare Zugriffskontrolle für automatisierte Abläufe, CI/CD und externe Tools.
  • Proxmox Backup Server Integration: VMs und Container werden inkrementell und dedupliziert gesichert. Backup kann automatisch verschlüsselt werden.
  • Monitoring & Webhooks: Regelbasierte Benachrichtigungen per E-Mail, Gotify oder Webhook ermöglichen Alerting bei Ereignissen.

Fazit

Proxmox wächst mit dir. Vom ersten selbstgebauten Homelab bis zur hochverfügbaren Unternehmenslösung findest du alles auf einer Plattform. Ob du für die Linux Essentials lernst oder schon mit Cluster-Architekturen arbeitest – Proxmox VE bringt dir genau die Werkzeuge bei, die du für den echten Admin-Alltag brauchst.

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Andreas Moor
Andreas Moor
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Hallo Fediverse, ich bin Andy!

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