Ein Homelab ist ein Ort zum Experimentieren – aber auch eine wertvolle Infrastruktur, in der Dienste wie GitLab, Nextcloud oder Datenbanken laufen. Fehler passieren. Und genau deshalb braucht es durchdachte Backups. Dabei geht es nicht nur um das Speichern – sondern vor allem um das Wiederherstellen im Ernstfall.
In meinem Setup setze ich bewusst auf zwei Backup-Strategien:
- vzdump: Sicherung kompletter VMs und Container direkt aus Proxmox heraus
- BorgBackup: Dateibasiert, verschlüsselt, versioniert – ideal für Konfigurationen und Logs
Backup-Ziele: Womit und wohin sichern?
Laut Linux Essentials sollte jede Backup-Strategie folgende Anforderungen erfüllen:
- Regelmäßigkeit
- Redundanz
- Versionsverwaltung
- Sicherer Aufbewahrungsort (offline, extern oder physisch getrennt)
Ich nutze folgende Speicherorte aus meinem Homelab:
| Medium | Typ | Einsatz |
|---|---|---|
| 2× 240 GB USB-SSD | Schnell, extern | BorgBackup-Ziel für Container-Configs, Scripte |
| 2× 500 GB USB-HDD | Langsam, extern | Archivierung alter Snapshots & vzdump-Backups |
| 1 TB USB-HDD | Zusätzlich | Langzeit-Backups & Ceph-Testcluster |
| 500 GB SSD intern | Schnell | Proxmox-VMs, Snapshots & schnelle Dumps |
Backup-Optionen in Proxmox
1. vzdump: Proxmox-eigene VM/CT-Sicherung
Mit vzdump kannst du komplette Container oder VMs sichern – entweder als Snapshot (wenn ZFS genutzt wird) oder als Stop-Backup. Du hast die Wahl:
- LXC Container: inkrementell sicherbar
- KVM VMs: imagebasierte Sicherung
Beispiel CLI-Befehl:
vzdump 101 --storage usb-backup --compress zstd --mode snapshot
2. Zeitgesteuerte Backups im Webinterface
- Gehe zu Datacenter > Backup
- Erstelle einen Zeitplan, z. B. täglich um 2 Uhr
- Wähle die Ziel-Platte (Storage), Backup-Methode (Snapshot/Stop) und Kompression
Du kannst dort auch Container und VMs getrennt behandeln – oder spezifische Jobs je Storage definieren.
BorgBackup: für verschlüsselte, versionierte Dateibackups
Warum Borg?
BorgBackup ist ideal für:
- Konfigurationsdateien (z. B.
/etc,/home) - Logs, Skripte und Datenbanken per Dump
- verschlüsselte & komprimierte Sicherungen
Backup-Befehl (vereinfacht):
borg create --stats /mnt/usbssd::daily-2025-08-02 /etc /root /var/log
Restore (z. B. einzelner Datei):
borg extract /mnt/usbssd::daily-2025-08-02 etc/ssh/sshd_config
Automatisierung mit systemd-Timer
Genau wie bei der Entfernung des Proxmox-Popups lässt sich auch das Borg-Backup automatisieren. Beispiel:
[Unit]
Description=BorgBackup Daily
[Service]
Type=oneshot
ExecStart=/root/backup.sh
[Timer]
OnCalendar=03:00
Persistent=true
Aktivierung:
systemctl enable --now borgbackup.timer
Wiederherstellung: Restore vor Backup!
Ein Backup ist nur dann gut, wenn der Restore getestet wurde. Deshalb:
- Teste regelmäßig vzdump-Wiederherstellungen in einem Test-Container oder Offline-System
- Nutze
borg mountoderborg extract, um gezielt Daten zurückzuholen - Lagere ältere Snapshots physisch getrennt, z. B. auf ausgeschalteten HDDs
Fazit: Lerne durch Anwendung
Mit deinem Homelab kannst du nicht nur Dienste bereitstellen – du kannst Backup- und Restore-Szenarien realitätsnah lernen. Du übst:
- Shell-Backup & Restore (Linux Essentials)
- Backup-Planung & Rotation (LPIC-1)
- Automatisierung mit Bash & systemd
- Backup-Ziele & Recovery-Szenarien mit verschiedenen Medien
Und das Beste: All das brauchst du nicht nur für die Prüfung – sondern auch für reale Sysadmin- und DevOps-Jobs.

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