Red Hat liefert mit Red Hat Enterprise Linux (RHEL) eine langzeitstabile Serverbasis und mit OpenShift eine vollintegrierte Kubernetes-Plattform. OKD ist die Community-Variante von OpenShift. Dieser Beitrag ordnet die drei Bausteine praxisnah für Homelabs und kleine Teams ein und zeigt, wo Parallelen und Unterschiede zu Fedora, openSUSE und Ubuntu liegen.
RHEL – Langzeitstabile Enterprise-Basis
RHEL ist das Fundament vieler Unternehmensumgebungen. Es bietet verlässliche Releasezyklen, zertifizierte Treiber und Software, sowie bis zu zehn Jahre Support. Für Homelabs ist RHEL sinnvoll, wenn produktionsnahe Tests oder die Vorbereitung auf Enterprise-Rollen gefragt sind.
Geeignete Services mit Kurzbegründung
- Apache HTTPD – Stabiler Webserver mit langer Pflege für interne Apps und Admin-Frontends.
- MariaDB / PostgreSQL – Bewährte SQL-Datenbanken mit Enterprise-Fokus.
- Podman – Container-Engine ohne zentralen Daemon; sicher und RHEL-nativ.
- FreeIPA – Zentrale Identitäts- und Richtlinienverwaltung für Nutzer, Hosts und Dienste.
- Ansible – Automatisierung von Konfiguration und Deployments im RHEL-Ökosystem.
Typischer Einsatz: Produktionsnahe Tests, stabile Serverdienste, Basis für regulierte Umgebungen.
OpenShift – Kommerzielle Kubernetes-Plattform auf RHEL CoreOS
OpenShift kombiniert Kubernetes mit integrierter Security, Registry, CI/CD und Governance. Die Worker- und Control-Plane-Nodes laufen auf RHEL CoreOS (RHCOS), einem minimalen, unveränderlichen (immutable) OS mit automatischen, geprüften Updates. Das reduziert Pflegeaufwand und sorgt für reproduzierbare Clusterzustände.
Geeignete Services mit Kurzbegründung
- Microservices-Cluster – Isolierte Namespaces, Policies und integrierte Deployments.
- Tekton/Jenkins – CI/CD direkt in die Plattform integriert.
- Quay/Registry – Eigene Container-Registry mit Signaturen und Zugriffssteuerung.
- Service Mesh (Istio) – Traffic-Steuerung, mTLS und Observability zwischen Services.
- Prometheus & Grafana – Standardisiertes Monitoring out of the box.
Typischer Einsatz: DevOps-Plattform für Teams, Compliance-gerechte Kubernetes-Workloads, reproduzierbare App-Betriebsmodelle.
OKD – Die Community-Variante mit Fedora CoreOS
OKD ist OpenShift als Open-Source-Projekt. Statt RHCOS nutzt OKD Fedora CoreOS als Knotenbetriebssystem. Funktionsumfang und Architektur sind sehr ähnlich; der Unterschied liegt vor allem in den Upstream-Paketen und im fehlenden kommerziellen Support. Für Homelabs ist OKD die zugänglichste Option, um OpenShift-Workflows realistisch zu üben.
Geeignete Services mit Kurzbegründung
- Kubernetes-Anwendungen – Vollständige K8s-Erfahrung mit OpenShift-Features im Community-Stack.
- Helm – Wiederholbare App-Deployments per Chart auf dem OKD-Cluster.
- Argo CD – GitOps-Deployments für deklarative, nachvollziehbare Releases.
- OpenTelemetry – Tracing und Metriken für verteilte Services.
- Event-/Serverless-Patterns – Ereignisgetriebene Microservices für lose gekoppelte Architekturen.
Typischer Einsatz: Kostenfreie Lern- und Testumgebungen, GitOps-Workflows, Community-nahe Experimente mit Enterprise-Nähe.
Einordnung im Vergleich
Betriebssystem-Unterbau: OpenShift nutzt RHEL CoreOS, OKD setzt auf Fedora CoreOS. Das sind minimale, immutable OS-Varianten mit automatischen, kontrollierten Updates.
Plattform vs. Host: OpenShift/OKD sind komplette Kubernetes-Plattformen. Fedora CoreOS, openSUSE MicroOS oder Ubuntu Server/Core sind dagegen eher Hosts, die mit zusätzlichen Tools (z. B. k3s, MicroK8s) zur Plattform werden.
Support & Lifecycle: RHEL/OpenShift bieten lange Supportfenster und zertifizierte Stacks; OKD ist Community-getrieben. Fedora bewegt sich schneller, openSUSE bietet getrennte Linien (Leap/MicroOS), Ubuntu setzt auf LTS + Baukasten (MAAS, Juju, LXD).
Fazit
RHEL liefert die stabile Basis, OpenShift die integrierte Enterprise-Kubernetes-Plattform – beides mit Fokus auf Sicherheit und Governance. OKD transportiert dieses Modell in die Community und ist damit ideal für Homelabs und Skills-Aufbau. Wer für DevOps-, SRE- oder Cloud-Rollen übt, kann mit OKD realistische OpenShift-Erfahrung sammeln und bei Bedarf auf RHEL/OpenShift-Produktionswelten übertragen.

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