lspci verstehen: Die wichtigsten 5 Optionen für den Sysadmin-Alltag

Inhaltsverzeichnis

Das Kommando lspci gehört zu den zentralen Werkzeugen, um unter Linux die angeschlossene Hardware über den PCI-Bus sichtbar zu machen. Besonders für Administratoren ist es unverzichtbar, wenn es um die Diagnose von Hardwareproblemen, die Zuordnung von Treibern oder die Inventarisierung von Systemen geht.

Überblick: Was macht lspci?

Der Befehl zeigt alle Geräte an, die aktuell am PCI-Bus (Peripheral Component Interconnect) hängen. Dazu gehören Grafikkarten, Netzwerkkarten, Speichercontroller oder Soundkarten. Die Ausgabe besteht aus einer Liste der Geräte mit Adressen und Basisinformationen.


$ lspci
01:00.0 VGA compatible controller: NVIDIA Corporation GM107 [GeForce GTX 750 Ti] (rev a2)
04:02.0 Network controller: Ralink corp. RT2561/RT61 802.11g PCI

Für eine präzise Diagnose reichen die Standardinformationen jedoch selten aus. Hier kommen die wichtigsten Optionen ins Spiel.

Die 5 wichtigsten lspci-Optionen

1. -v (verbose)
Zeigt detaillierte Informationen zu einem Gerät an, z. B. Speicherbereiche, IRQs oder Treibermodule. Besonders nützlich bei Fehlersuche und Performanceproblemen.


lspci -v -s 04:02.0

2. -k (Kernel driver info)
Listet, welches Kernelmodul (Treiber) für ein Gerät aktuell aktiv ist und welche alternativ zur Verfügung stehen. Damit lässt sich schnell prüfen, ob ein Gerät korrekt unterstützt wird.


lspci -k -s 01:00.0

3. -s (select device)
Begrenzt die Ausgabe auf ein bestimmtes Gerät, identifiziert durch Bus-Adresse. Erspart das Durchsuchen langer Listen.


lspci -s 03:00.0 -v

4. -nn (numerical IDs)
Zeigt zusätzlich die Geräte- und Hersteller-IDs an. Diese IDs sind entscheidend, um unbekannte Hardware im Internet oder in Datenbanken eindeutig zu identifizieren.


lspci -nn

5. -t (tree view)
Stellt die Geräte in einer Baumstruktur dar und macht sichtbar, wie Controller und angeschlossene Geräte hierarchisch miteinander verbunden sind. Praktisch bei komplexen Systemen mit vielen Erweiterungskarten.


lspci -t

Praxisrelevanz für Administratoren

Der Einsatz dieser Optionen eröffnet wichtige Möglichkeiten im Alltag:

  • Fehlerdiagnose: Herausfinden, ob ein Gerät erkannt wurde und welcher Treiber es bedient.
  • Hardware-Inventarisierung: Übersicht über alle PCI-Geräte mit Hersteller- und Modellinformationen.
  • Treiberprobleme lösen: Mit -k prüfen, ob ein Kernelmodul geladen ist oder alternative Module getestet werden können.
  • Dokumentation: Gerätehierarchien mit -t exportieren und in Systemdokumentationen einfügen.

Fazit

Der Befehl lspci ist ein unscheinbares, aber mächtiges Tool im Arsenal eines Linux-Administrators. Mit den Optionen -v, -k, -s, -nn und -t lassen sich Hardwareprobleme gezielt analysieren und Systeme zuverlässig dokumentieren. Wer diese Optionen beherrscht, spart im Alltag viel Zeit bei Diagnose und Support.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Andreas Moor
Andreas Moor
@blog@andreas-moor.de

Hallo Fediverse, ich bin Andy!

Hier und auf meiner Website findest du mein akkumuliertes Linux-Sysadmin-Wissen, meine kleinen und größeren Projekte und die Tools, die ich nutze.

Viel Spaß beim stöbern, lesen und lernen! 🧑‍💻

236 Beiträge
16 Folgende