Wer in die Welt von DevOps, Cloud Engineering oder SRE einsteigen will, wird an einem Begriff ganz sicher nicht vorbeikommen: CI/CD. Doch was steckt dahinter? Und was musst du davon wirklich beherrschen, wenn du später im Job Systeme betreust, automatisierst oder Software ausrollst?
Hier kommt die Antwort – praxisnah, einsteigerfreundlich und klar auf Jobrelevanz ausgerichtet.
Was ist CI/CD überhaupt?
CI/CD steht für Continuous Integration und Continuous Delivery bzw. Continuous Deployment. Es geht darum, dass neue Code-Änderungen nicht mehr manuell irgendwo eingespielt werden, sondern automatisiert durch ein System laufen – mit Tests, Prüfungen und Deployment-Schritten.
Continuous Integration (CI)
„CI“ bedeutet, dass Entwickler:innen regelmäßig ihre Änderungen in das gemeinsame Repository einspielen – oft mehrmals täglich. Dabei wird jeder Push automatisch getestet: Baut der Code noch? Laufen die Tests?
Das Ziel: Fehler früh erkennen, statt später im Release-Stress alles debuggen zu müssen.
Continuous Delivery vs. Continuous Deployment
- Continuous Delivery: Codeänderungen laufen automatisch bis zur „Staging“-Umgebung. Die Auslieferung ins Produktivsystem erfolgt manuell per Knopfdruck.
- Continuous Deployment: Der letzte Schritt ist auch automatisiert – nach erfolgreichen Tests geht der Code direkt live.
Beides hat Vorteile – Continuous Delivery gibt dir mehr Kontrolle, Continuous Deployment spart dir Zeit.
Warum CI/CD im Job so wichtig ist
In DevOps- und Cloud-Umgebungen geht es fast immer darum, Dinge zu automatisieren – und zwar reproduzierbar. CI/CD ist genau dafür da. Es verbindet Code, Tests, Qualitätssicherung und Auslieferung in einem konsistenten, automatisierten Ablauf.
Stellenanzeigen verlangen fast immer Kenntnisse in einem oder mehreren CI/CD-Tools. Warum? Weil es zeigt, dass du in modernen Workflows denken kannst – und Systeme nicht mehr „per Hand“ wartest.
Git-Plattformen mit integrierter CI/CD
Viele CI/CD-Workflows starten mit einem Code-Push auf eine Git-Plattform. Einige dieser Plattformen bringen CI/CD-Funktionen direkt mit – andere integrieren sich leicht mit externen Tools. Hier sind die drei wichtigsten Git-Dienste, die du kennen solltest.
GitHub + GitHub Actions
GitHub ist die größte Git-Plattform weltweit – besonders beliebt bei Open-Source-Projekten. Mit GitHub Actions kannst du CI/CD direkt in deinen Repositories definieren: Tests, Builds und Deployments werden als YAML-Workflows eingerichtet. GitHub ist primär Cloud-basiert und nicht zur Selbst-Installation gedacht.
GitLab + GitLab CI/CD
GitLab kombiniert Git-Verwaltung mit integrierter CI/CD, Merge Requests, Issue Tracking und Container Registry. Alles läuft über eine .gitlab-ci.yml. Das Besondere: GitLab gibt es als Cloud-Service und als Self-Hosted-Version für deine eigene Infrastruktur – ideal, wenn du produktionsnahe Setups nachbauen oder volle Datenkontrolle haben willst.
Gitea + Gitea Actions
Gitea ist ein schlankes, quelloffenes Git-Frontend, das sich besonders gut für Homelabs eignet. Mit Gitea Actions bietet es inzwischen ein eigenes CI/CD-System, das stark an GitHub Actions erinnert – inklusive YAML, Webinterface und selbsthostbaren Runnern. Wer Gitea einsetzt, zeigt: Ich kann Git und CI/CD vollständig selbst betreiben – ohne externe Plattform.
Welche Git-Plattform ist selbst hostbar?
| Tool | CI/CD integriert | Self-Hosted möglich? | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| GitHub | Ja (GitHub Actions) | Nein | Open Source, Public Projekte, SaaS-first |
| GitLab | Ja (GitLab CI/CD) | Ja | Enterprise, produktionsnahe Umgebungen |
| Gitea | Ja (Gitea Actions) | Ja | Homelabs, kleine Teams, Datenschutzfokus |
Für dein Portfolio oder Homelab kann es ein echtes Plus sein, eine dieser Plattformen selbst zu betreiben – besonders Gitea oder GitLab. So zeigst du: Du hast Git-Workflows verstanden, kannst CI/CD aufsetzen und betreibst produktionsnahe Systeme mit eigenen Ressourcen.
Weitere CI/CD-Tools im Überblick
Jenkins
Ein sehr flexibles Open-Source-Tool mit riesiger Plugin-Auswahl. Du kannst komplette Workflows per UI oder Code definieren – vom Commit bis zur Auslieferung. Jenkins ist fast schon Industriestandard und in vielen Unternehmen im Einsatz.
CircleCI
Ein cloudbasiertes CI/CD-System mit Fokus auf Geschwindigkeit, Skalierung und parallele Container-Builds. YAML-basiert, leicht zu integrieren – häufig im Startup- und SaaS-Umfeld im Einsatz.
Argo CD (für Kubernetes)
Ein spezialisiertes Tool für Continuous Deployment in Kubernetes-Umgebungen. Es nutzt das GitOps-Prinzip: Dein Git-Repository ist die Quelle der Wahrheit, Argo CD sorgt dafür, dass dein Cluster sich automatisch daran orientiert und synchronisiert bleibt.
CI/CD in der Praxis: Wie sieht das aus?
Ein typischer CI/CD-Workflow kann so aussehen:
- Du pusht neuen Code in dein Repository.
- Automatische Tests prüfen, ob der Code noch funktioniert.
- Ein Docker-Image wird gebaut und abgelegt.
- Die neue Version wird (je nach CD-Typ) in eine Staging- oder Produktionsumgebung ausgerollt.
Das alles läuft meist ohne manuelles Eingreifen – oder eben mit klar definierten Freigabepunkten.
Was du als Einsteiger:in können solltest
- Grundverständnis: Was ist CI/CD und warum wird es genutzt?
- Erfahrung mit einem konkreten Tool (z. B. GitLab CI/CD, GitHub Actions oder Gitea Actions)
- YAML-Dateien lesen und schreiben können
- Builds, Tests, Deployments verstehen – auch wenn du sie anfangs nur nachbaust
Portfolio-Idee: Zeig, dass du automatisierst
Wenn du ein Homelab hast oder mit Docker arbeitest, kannst du einfache Pipelines bauen:
- Ein Projekt, das bei jedem Commit automatisch getestet wird
- Ein Container, der bei erfolgreichem Build deployed wird
- Ein Git-Projekt (z. B. mit Gitea oder GitLab), bei dem man deine CI/CD-Pipeline einsehen kann
Das wirkt auf Arbeitgeber:innen sofort professioneller – und du lernst viel dabei.
Lernzusammenfassung
- CI/CD automatisiert das Testen und Ausliefern von Software
- CI = Code regelmäßig einspielen und automatisch testen
- CD = Auslieferung (Delivery) oder Deployment (automatisch live)
- Tools wie Jenkins, GitLab CI, GitHub Actions, Gitea Actions oder Argo CD sind Standard
- YAML-Kenntnisse, Testverständnis und Git sind Grundvoraussetzung
- Self-Hosting (z. B. Gitea oder GitLab) kann dir einen echten Vorteil bringen – im Portfolio und im Job
CI/CD ist keine Magie – aber es ist der Goldstandard moderner IT-Arbeit. Fang einfach an: ein kleines Projekt, ein automatisierter Build, ein Deployment-Test. Dann wächst dein Wissen – Schritt für Schritt.

Schreibe einen Kommentar