Viele glauben, moderne IT-Projekte scheitern an falscher Technologie. In Wahrheit scheitern sie viel öfter an mangelnden ergänzenden Vermögenswerten – also genau den Faktoren, die den Einsatz von Technologien überhaupt erst erfolgreich machen. Gerade im DevOps-, Linux- und Cloud-Umfeld ist das hochrelevant.
Was sind „ergänzende Vermögenswerte“ in der IT?
Ergänzende Vermögenswerte (engl. complementary assets) sind alle Ressourcen, die eine Technologie erst wirtschaftlich wirksam machen – dazu gehören:
- Organisatorisches Kapital: Agile Prozesse, klare Verantwortlichkeiten, DevOps-Kultur
- Managementkapital: Strategisches IT-Leadership, Change-Management, Wissenstransfer
- Humankapital: Skills der Mitarbeitenden – z. B. in Bash, Git, Kubernetes, Monitoring
- Infrastruktur: Server, Netzwerke, Cloud-Ressourcen, CI/CD-Plattformen
Beispiel aus der Praxis: Kubernetes ohne DevOps-Mindset
Ein Unternehmen führt Kubernetes ein, betreibt aber weiterhin klassische IT-Silos. Es fehlt an Monitoring, an automatisierten Deployments und an Verantwortungsbewusstsein im Team. Das Ergebnis: Mehr Komplexität, schlechtere Performance, kein Nutzen. Die Technologie ist da – aber die ergänzenden Vermögenswerte fehlen.
DevOps braucht mehr als YAML und Docker
Wer als DevOps-Engineer, Cloud-Architekt oder Linux-Admin arbeiten will, sollte nicht nur Tools beherrschen. Entscheidend ist, wie man diese Tools in funktionierende Organisationsstrukturen und Prozesse einbettet. Dafür braucht es:
- technische Fähigkeiten (z. B. Infrastruktur als Code, CI/CD)
- Teamprozesse (Scrum, SRE-Praktiken)
- Managementverständnis (z. B. wie man technische Schulden abbaut oder Wissen nachhaltig im Team verankert)
Fazit: DevOps ist ein System aus Technik, Menschen und Prozessen
Ob ein Linux-Server im Homelab oder eine skalierende AWS-Infrastruktur – der wahre Mehrwert entsteht erst, wenn ergänzende Vermögenswerte wie Teamkultur, Prozessreife und Know-how vorhanden sind. Genau das unterscheidet DevOps von klassischer Systemadministration.

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