High Availability (HA): On‑Premise, Cloud und Hybrid mit Proxmox – Grundlagen & Praxisbeispiele

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High Availability ist eine zentrale Anforderung moderner IT-Systeme: Dienste sollen auch bei Störungen erreichbar bleiben, denn Ausfallzeiten kosten Geld und Vertrauen. Dieser Beitrag erklärt die Grundprinzipien von Hochverfügbarkeit, zeigt typische Einsatzszenarien, vergleicht On‑Premise mit Cloud-Ansätzen und skizziert eine hybride Lösung mit Proxmox.

Grundlagen von High Availability

High Availability bedeutet, Systeme so zu entwerfen, dass sie auch bei Hardware‑, Software‑ oder Netzwerkausfällen weiterarbeiten. Statt auf eine einzelne Maschine zu setzen, wird die Infrastruktur redundant und fehlertolerant aufgebaut.

  • Redundanz: Kritische Komponenten wie Server, Netzteile, Storage und Netzwerkpfade sind mehrfach vorhanden.
  • Failover: Bei einem Ausfall übernimmt automatisch eine Ersatzkomponente oder ein anderer Knoten.
  • Lastverteilung: Ein Load Balancer verteilt Anfragen auf mehrere Instanzen und verhindert Überlast.
  • Clustering: Mehrere Systeme agieren als Verbund; fällt eines aus, springen andere ein.
  • Monitoring & Self‑Healing: Permanente Überwachung erkennt Störungen früh und leitet automatische Gegenmaßnahmen ein.

Typische Einsatzszenarien

  • Webserver‑Farmen: Mehrere NGINX‑ oder Apache‑Instanzen hinter einem Load Balancer halten Websites verfügbar.
  • Datenbanken: MySQL Galera oder PostgreSQL‑Replikation sorgen für konsistente Daten trotz Serverausfällen.
  • Storage: Ceph‑Cluster oder ZFS‑Replikation eliminieren Single Points of Failure im Speicher.
  • Virtualisierung & Container: Proxmox, VMware oder Kubernetes starten VMs bzw. Pods bei Host‑Ausfall automatisch neu.

High Availability On‑Premise vs. Cloud

Hochverfügbarkeit kann im eigenen Rechenzentrum oder Homelab (On‑Premise) wie auch in der Cloud realisiert werden.

  • On‑Premise: Eigene Cluster (z. B. Proxmox oder VMware) mit Redundanz in Hardware, Netzwerk und Storage. Volle Kontrolle, dafür mehr Planungs‑, Betriebs‑ und Wartungsaufwand.
  • Cloud: Anbieter stellen HA‑Bausteine bereit (Availability Zones, Managed Load Balancer, replizierte Datenbanken). Schnell umsetzbar, jedoch mit Anbieterabhängigkeit und nutzungsabhängigen Kosten.

In der Praxis kombinieren viele Organisationen beide Ansätze in Form einer Hybrid‑Architektur.

Hybride High‑Availability mit Proxmox

Proxmox VE eignet sich, lokale Clustertechnik mit Cloud‑Ressourcen zu verbinden. So entsteht eine flexible und robuste Architektur.

  • On‑Premise‑Cluster: Zwei bis drei Proxmox‑Server bilden ein Cluster; Ceph oder ZFS‑Replikation stellt hochverfügbaren Speicher für VMs und Container bereit.
  • Cloud‑Anbindung: Regelmäßige Backups in S3‑kompatiblem Storage oder zu einem Cloud‑Provider ermöglichen schnelle Wiederherstellung.
  • Cloud‑Node im Cluster: Ein zusätzlicher Proxmox‑Node in der Cloud (z. B. bei Hetzner), per VPN angebunden, kann bei Ausfällen lokal einspringen.
  • Disaster Recovery: Fällt das gesamte Heim‑ oder Rechenzentrumsnetz aus, werden priorisierte VMs in der Cloud gestartet und übernehmen Dienste.

Fazit

High Availability ist eine Grundvoraussetzung für verlässliche IT‑Services. On‑Premise‑Lösungen bieten maximale Kontrolle, Cloud‑Ansätze liefern Tempo und Komfort. Eine hybride Architektur mit Proxmox kombiniert beide Welten: lokale Performance und Datenhoheit plus Cloud‑Resilienz und Skalierung. Für DevOps, SRE und Cloud Engineering ist das Verständnis dieser Bausteine essenziell, um Systeme robust und zukunftssicher zu betreiben.

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Andreas Moor
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