Wenn du mit Webanwendungen, Monitoring-Tools oder Automatisierungsplattformen arbeitest, kommst du um eines nicht herum: eine Datenbank. Und eine der bekanntesten ist MySQL – oder besser gesagt: ihre freie Schwester MariaDB.
Was ist MySQL überhaupt?
MySQL ist ein relationales Datenbankmanagementsystem (RDBMS). Es speichert Daten in Tabellen, die miteinander verknüpft sind – ideal für strukturierte Daten wie Nutzer, Logins, Konfigs oder Messwerte.
Das System selbst besteht aus:
- dem MySQL-Server (der Anfragen verarbeitet)
- einem CLI-Client (
mysql) - API-Anbindungen für Webanwendungen (z. B. PHP, Python, Go)
MySQL war früher das Standard-Backend vieler Webanwendungen – besonders im LAMP-Stack (Linux, Apache, MySQL, PHP). Heute wird oft MariaDB genutzt – ein komplett freier Fork, entstanden nach der Übernahme von MySQL durch Oracle.
Wie wird MySQL in DevOps & Cloud genutzt?
In der Praxis läuft MySQL (oder MariaDB) in vielen Umgebungen, z. B.:
- als Datenbank-Backend für Webapps (z. B. WordPress, Nextcloud, Matomo)
- in CI/CD-Systemen, z. B. als State-Store oder Runner-Registry
- in Monitoring-Stacks, z. B. für gespeicherte Metriken oder Benutzerverwaltung
- in Kubernetes als Stateful Service (meist via Helm Charts oder Operator)
DevOps Engineers brauchen die Datenbank nicht „täglich zu tunen“ – aber sie müssen sie verstehen, überwachen und ggf. automatisiert deployen können.
Was musst du im Job wirklich über MySQL wissen?
- Installation & Konfiguration: Wie man MySQL/MariaDB unter Linux installiert und absichert (z. B. mit
mysql_secure_installation) - Datenbankverbindungen: Zugriff per CLI (
mysql -u root -p) oder aus Anwendungen - Backups & Wiederherstellung: Tools wie
mysqldumpodermariabackupim Kontext von Cronjobs oder Ansible - Rechte & Benutzer: Benutzer anlegen, Rechte vergeben, sichere Passwörter setzen
- Logging & Performance: Logfiles (z. B.
/var/log/mysql/) und Performance-Parameter im Blick haben - Containerisierung: Wie man MySQL als Docker-Container nutzt – mit Volumes für persistente Daten
MySQL vs. MariaDB – was soll ich nutzen?
Für die meisten Linux- und Open-Source-Setups wird heute MariaDB empfohlen:
- 100 % Open Source, unter aktiver Community-Entwicklung
- Kompatibel zu MySQL (Befehle, Datenbankformate, Clients)
- Standard in vielen Distributionen (z. B. bei Debian, Fedora, CentOS)
Im Berufsalltag wirst du vermutlich häufiger MariaDB einsetzen – auch weil sie leichter zu auditieren und besser in Selfhosting-Umgebungen integrierbar ist.
Was kannst du im Homelab üben?
- Installation von MariaDB in einer VM oder einem Container
- Anlegen von Datenbanken und Tabellen über CLI oder
phpMyAdmin - Backups automatisieren (z. B. mit
cron) - Docker-Container für MariaDB einrichten – inklusive persistenter Volumes
- Verbindung testen von einem Webserver oder Skript (z. B. Nextcloud, WordPress, Python)
Fazit
Du musst kein DBA (Database Administrator) sein, um mit MySQL arbeiten zu können. Aber du solltest wissen, wie man es installiert, absichert, testet und in Automatisierung einbindet. Das ist in DevOps-Jobs mehr als ausreichend – und macht dein Portfolio praxisnah und glaubwürdig.

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