NVMe oder SATA? Der M.2-Festplatten-Dschungel einfach erklärt

Inhaltsverzeichnis

Wer zum ersten Mal ein externes M.2-Gehäuse kauft oder SSDs tauschen möchte, stolpert früher oder später über Begriffe wie „M-Key“, „B-Key“, „NVMe“ und „SATA“. Auch mir ging es so: Ich habe aus Versehen eine alte M.2-SATA-SSD gekauft, weil ich nicht wusste, dass es unterschiedliche Schnittstellen bei M.2 gibt. Erst durch diesen Fehlkauf wurde mir klar, dass ich mich intensiver mit dem Thema beschäftigen sollte.

Gleichzeitig wollte ich meinen überdomensionierte 1TB-Festplatte aus dem Laptop in meinen Beelink SER 5 Mini-PC tauschen, damit ich auf ihm mehr Platz für VMs, Container und Daten haben kann. Also musste ein Case her und ich fragte mich ob mein Fehlkauf, als eine weitere externe Festplatte, eine Verwenung finden könnte, zuvor jedoch als Clon-Hilfe für meine Laptop dienen kann.

Unterschiede verstehen: M.2 ist nicht gleich M.2

M.2 bezeichnet zunächst nur den Formfaktor – also die physische Bauweise einer SSD. Was intern passiert, ist eine ganz andere Geschichte. Hier spielen vor allem zwei Dinge eine Rolle: Das Übertragungsprotokoll (SATA oder NVMe) und die sogenannte „Keying“-Kerbe am Anschluss.

Physikalische Schnittstellen: M-Key und B+M-Key

Der M.2-Steckplatz kann unterschiedlich „geschlüsselt“ sein:

  • M-Key – typischerweise für NVMe-SSDs über PCIe
  • B+M-Key – meist bei SATA-SSDs, aber auch manche NVMe-Modelle

Das ist wichtig, weil viele externe Gehäuse nur einen bestimmten Typ unterstützen – und inkompatible SSDs schlicht nicht erkannt werden.

Protokoll: NVMe (PCIe) vs. SATA (AHCI)

Auch wenn der Anschluss gleich aussieht, spricht die SSD intern entweder das moderne NVMe-Protokoll (über PCIe) oder das ältere SATA-Protokoll (über AHCI). NVMe ist deutlich schneller, aber nicht jeder Rechner oder jedes Gehäuse unterstützt es. Wer beide Standards unterstützen will, braucht ein sogenanntes „Dual-Protokoll-Gehäuse“.

Ein Gehäuse für beide Welten: SATA und NVMe

Nach ein bißchen Suche bin ich auf ein Case gestoßen, das beides kann: Es unterstützt sowohl M-Key als auch B+M-Key und sowohl NVMe- als auch SATA-Protokolle. Damit war ich in der Lage, meine aktuelle NVMe-SSD per USB zu klonen und danach die versehentlich gekaufte SATA-SSD als externes Laufwerk zu verwenden.

Das Case ist werkzeugfrei, unterstützt alle gängigen Längen (2230 bis 2280) und liefert mit USB-C eine Übertragungsrate von bis zu 10 Gbit/s – vorausgesetzt, auch der Rechner unterstützt das. Besonders überzeugt haben mich die solide Verarbeitung (Aluminium), die Kühlrippen und das mitgelieferte thermische Silikonpad. Damit war auch bei längeren Transfers keine Drosselung zu befürchten.

Hier findest du das Gehäuse, das ich verwende: SETMSPACE M.2 SATA & NVMe Gehäuse (Amazon-Link)

Fazit

Der M.2-Standard ist vielseitig, aber dadurch auch verwirrend. Wer glaubt, dass jede M.2-SSD in jedes Gehäuse passt, irrt sich leider – das musste ich selbst erfahren. Ein universelles Gehäuse, das sowohl SATA- als auch NVMe-Protokolle unterstützt, ist eine lohnende Investition – besonders dann, wenn man regelmäßig SSDs tauschen, klonen oder archivieren möchte. Mein Lernweg zeigt: Auch ein Fehlkauf kann eine wertvolle Lektion sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Andreas Moor
Andreas Moor
@blog@andreas-moor.de

Hallo Fediverse, ich bin Andy!

Hier und auf meiner Website findest du mein akkumuliertes Linux-Sysadmin-Wissen, meine kleinen und größeren Projekte und die Tools, die ich nutze.

Viel Spaß beim stöbern, lesen und lernen! 🧑‍💻

236 Beiträge
16 Folgende