Ubuntu ist im Serverbereich ein Schwergewicht – sowohl in Rechenzentren als auch in öffentlichen Clouds ist es oft die erste Wahl. Anders als Fedora oder openSUSE, die klar getrennte Editionen für Server, Cloud, Container und IoT anbieten, konzentriert sich Ubuntu auf zwei Hauptvarianten: Ubuntu Server und Ubuntu Core. Der Rest wird über spezialisierte Tools und Images abgedeckt.
Diese Fokussierung macht Ubuntu im Homelab nicht weniger vielseitig – im Gegenteil: Durch die modulare Erweiterbarkeit kann ein einzelnes Ubuntu-Server-Setup viele Rollen übernehmen.
Ubuntu Server – Vielseitige Basis für Cloud, Container & klassische Workloads
Ubuntu Server ist das Arbeitstier im Ubuntu-Portfolio. Mit LTS-Versionen, die fünf Jahre Standardsupport (und mit Ubuntu Pro bis zu zehn Jahre) erhalten, bietet es eine langfristige, planbare Plattform. Anders als Fedora Server (kürzere Releasezyklen) oder openSUSE Leap (stärker an SUSE Linux Enterprise gekoppelt) bringt Ubuntu von Haus aus enge Integrationen für Cloud- und Container-Workloads mit – ohne dass dafür eine separate „Cloud“-Edition existiert.
- OpenStack – Aufbau einer privaten Cloud, ähnlich wie Fedora Cloud oder openSUSE Leap mit KVM/Nova.
- Kubernetes (MicroK8s / Charmed Kubernetes) – Container-Orchestrierung, vergleichbar mit Fedora CoreOS oder openSUSE MicroOS.
- LXD – Container- und VM-Verwaltung mit hoher Dichte und Sicherheit, als Alternative zu Proxmox oder Libvirt.
- MAAS – Bare-Metal-Provisionierung, um physische Server wie Cloud-Instanzen zu behandeln.
- Juju – Multi-Cloud-Orchestrierung kompletter Workloads, vergleichbar mit Ansible, aber servicezentriert.
- MariaDB / PostgreSQL – SQL-Datenbanken für Web- und App-Backends.
- Nextcloud – Private Cloudlösung für Dateien, Kalender und Kontakte.
Typischer Einsatz: Langfristige Infrastruktur im Homelab, Cloud-Testumgebungen, CI/CD-Hosts, Datenbank- und Webserver.
Ubuntu Core – Minimal, sicher und auf IoT spezialisiert
Ubuntu Core ist immutable, streng paketiert (Snaps) und mit OTA-Updates ausgestattet. Während Fedora IoT und openSUSE Leap Micro ähnliche Ziele verfolgen, bietet Ubuntu Core eine 12-jährige LTS-Unterstützung und strikte App-Isolation – ideal für Geräte mit langen Lebenszyklen.
- Home Assistant – Smart-Home-Zentrale mit sicherer, abgespeckter Systembasis.
- Vaultwarden – Passwort-Manager auf minimalem, isoliertem Unterbau.
- MQTT-Broker – Messaging-Drehscheibe für IoT- und Sensordaten.
- Pi-hole – Werbeblocker am Netzwerkrand mit minimalem Angriffsvektor.
- Docker / Podman – Container-Workloads direkt auf der IoT-Basis.
- OTA-Update-Systeme – Automatische Updates für Geräteflotten.
Typischer Einsatz: Edge-Geräte, IoT-Controller, abgesicherte Minimalserver, Remote-Geräteflotten.
Vergleich zu Fedora und openSUSE
- Cloud-Variante: Fedora Cloud und openSUSE Leap bieten eigenständige Cloud-Editionen. Ubuntu nutzt den Server plus vorkonfigurierte Cloud-Images.
- Container-Host: Fedora CoreOS und openSUSE MicroOS sind dedizierte Container-Hosts. Ubuntu setzt auf den Server plus MicroK8s oder LXD, alternativ Ubuntu Core.
- IoT: Fedora IoT und openSUSE Leap Micro sind ähnlich wie Ubuntu Core, wobei Core längeren Support und Snap-Isolation bietet.
- Release-Strategie: Fedora liefert schneller neue Features, openSUSE Leap folgt SUSE Enterprise, Ubuntu LTS bleibt lange stabil und bietet mit Pro erweiterten Security-Support.
Fazit
Ubuntu verfolgt eine schlankere Produktlinien-Strategie: Statt viele spezialisierte Editionen anzubieten, setzt es auf zwei starke Basen – Server und Core – und ergänzt diese durch Werkzeuge wie MAAS, Juju, LXD und MicroK8s. Im Homelab kann das bedeuten: Ein gut konfigurierter Ubuntu Server deckt viele Rollen ab, die bei Fedora oder openSUSE auf mehrere Editionen verteilt sind. Für IoT oder hochgesicherte Minimalumgebungen ist Ubuntu Core eine stabile, langfristige Wahl.
Wer sich zwischen den drei großen Distributionen entscheidet, sollte bedenken: Fedora und openSUSE bieten klar abgegrenzte Spezial-Editionen, Ubuntu hingegen einen flexiblen Baukasten – perfekt, wenn man lieber ein System pflegt als mehrere parallel.

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