Was ist NGINX? Unterschiede zu Apache – und was du für DevOps, Cloud & Linux darüber wissen musst

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Früher oder später stößt jede:r, die oder der in Linux, DevOps oder Webinfrastruktur einsteigt, auf einen dieser zwei Begriffe: Apache und NGINX. Beide sind sogenannte Webserver – Software, die HTTP-Anfragen empfängt und Webseiten, APIs oder Dateien an Clients (z. B. Browser) ausliefert.

Aber was genau macht NGINX aus? Wie unterscheidet es sich von Apache? Und worauf kommt es an, wenn du dich im Jobumfeld mit modernen Architekturen oder deinem eigenen Homelab beschäftigst?

Webserver – kurz erklärt

Ein Webserver nimmt Anfragen von außen entgegen – meist über den Port 80 (HTTP) oder 443 (HTTPS) – und gibt darauf passende Antworten zurück. Diese Antworten können HTML-Seiten, Bilder, Skripte oder auch JSON-Daten aus APIs sein.

Ein moderner Webserver kann aber noch viel mehr:

  • Lastverteilung (Load Balancing)
  • Reverse Proxy für Microservices oder Container
  • SSL/TLS-Verschlüsselung (HTTPS)
  • Weiterleitungen, Caching, Kompression

Was ist NGINX?

NGINX (ausgesprochen: „Engine X“) wurde ursprünglich entwickelt, um mit sehr vielen gleichzeitigen Verbindungen umzugehen – effizienter als Apache. Statt für jede Verbindung einen neuen Prozess zu starten (wie Apache), arbeitet NGINX ereignisgesteuert und asynchron.

Das macht NGINX:

  • leichtgewichtig und ressourcenschonend
  • ideal für Container- und Cloud-Umgebungen
  • stark als Reverse Proxy oder Load Balancer

Wer nutzt NGINX – und wofür?

NGINX ist weit verbreitet bei modernen Webarchitekturen und Cloud-native Setups. Große Plattformen wie Netflix, Dropbox oder GitHub nutzen NGINX für Performance, Skalierbarkeit und Flexibilität.

Auch im Homelab oder bei kleineren Projekten ist NGINX beliebt, weil es sich leicht konfigurieren lässt, stabil läuft und hervorragend mit Docker, Let’s Encrypt und Certbot harmoniert.

Apache vs. NGINX – wo liegen die Unterschiede?

MerkmalApacheNGINX
ArchitekturProzessbasiert (prefork, worker)Eventbasiert, asynchron
Leistung bei vielen Clientseher weniger performantsehr performant
Statische Inhaltegutsehr gut
Dynamische Inhalte (PHP etc.)direkt via mod_phpper Weiterleitung an PHP-FPM
Modulsystemumfangreich & flexibelfest eingebaut, leichter
Konfigurationklassisch, teilweise komplexmodern, schlank

Wann solltest du was nutzen?

  • Apache ist sinnvoll, wenn du viele .htaccess-Regeln brauchst oder mit Anwendungen arbeitest, die darauf setzen (z. B. ältere CMS wie Joomla oder spezielle LAMP-Stacks).
  • NGINX ist deine Wahl, wenn du:
    • mit Containern (z. B. Docker) arbeitest
    • als Reverse Proxy mehrere Dienste managen willst
    • modernes Load Balancing brauchst
    • Performance und geringe Ressourcennutzung im Fokus hast

NGINX im Job – was du wirklich beherrschen solltest

Du musst nicht jede Konfigurationsoption auswendig kennen – aber ein paar Dinge solltest du können oder zumindest verstehen:

  • eine einfache nginx.conf lesen und schreiben
  • vHosts konfigurieren (z. B. mehrere Domains auf einem Server)
  • Reverse Proxy einrichten (z. B. für einen internen Webservice oder Container)
  • HTTPS per Let’s Encrypt mit certbot aktivieren
  • Fehlerlogs verstehen und analysieren (z. B. bei 502-Fehlern)

NGINX im Homelab – so kannst du üben

NGINX ist ideal für Einsteigerprojekte im Homelab. Typische Szenarien sind:

  • eine statische HTML-Seite hosten
  • als Reverse Proxy für Dienste wie Nextcloud, Gitea oder Portainer
  • HTTPS mit kostenlosen Let’s-Encrypt-Zertifikaten einrichten
  • mehrere Dienste über unterschiedliche Ports oder Domains bereitstellen

Wenn du mit Proxmox, Docker oder Ansible arbeitest, kannst du NGINX hervorragend als Praxisbeispiel einbauen – gerade auch im Zusammenspiel mit Load Balancing, Failover oder Firewall-Regeln.

Fazit

NGINX ist ein modernes, schnelles und extrem vielseitiges Werkzeug, das du als angehender DevOps Engineer oder Systemadministrator verstehen solltest. Ob im Unternehmen oder im Homelab – mit NGINX bist du auf dem richtigen Weg, wenn du lernst, Dienste sicher, effizient und flexibel bereitzustellen.

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Andreas Moor
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