Ein sauberes Festplatten-Layout ist die Grundlage für ein stabiles Linux-System. Schon vor der Installation muss entschieden werden, welche Partitionen notwendig sind und wie Speicherplatz aufgeteilt wird. Dieses Kapitel behandelt die Konzepte hinter Partitionen, Mountpoints und die Unterschiede zwischen MBR und GPT.
Warum Partitionierung wichtig ist
- Sicherheit: Ein volles
/vardarf nicht das ganze System blockieren - Performance: Häufig schreibende Verzeichnisse (z. B.
/var/log) separat halten - Flexibilität: Einfachere Backups und Migration durch Trennung
Wichtige Partitionen & Mountpoints
- / – Root-Dateisystem, Basis des Systems
- /boot – Kernel und Bootloader-Dateien
- /home – Benutzerdaten
- /var – Variable Daten (Logs, Mail, Datenbanken)
- /tmp – Temporäre Dateien
- swap – Auslagerungsspeicher
Bei Servern ist es üblich, /var und /home zu trennen, um Logs und Benutzerdaten von der Systembasis zu isolieren.
Partitionstabellen: MBR vs. GPT
- MBR (Master Boot Record): klassisch, max. 2 TB, 4 primäre Partitionen (oder 3 primär + 1 erweitert)
- GPT (GUID Partition Table): modern, unterstützt sehr große Datenträger (> 2 TB), bis zu 128 Partitionen, nutzt UEFI
# Prüfen, ob eine Platte MBR oder GPT nutzt:
parted /dev/sda print
Szenarien für Partitionierungsplanung
- Workstation: /, /home, swap
- Mailserver: /, /var, /home, swap
- Datenbankserver: /, /var/lib/mysql (separat), /home, swap
In Prüfungsfragen wird häufig nach dem warum gefragt: Ein Mailserver braucht ein separates /var, damit große Mailqueues nicht das System lahmlegen.
Lerneinheit – Übungsfragen im LPIC-Stil
Frage 1 (Einzelauswahl)
Welcher Grund spricht dafür, /var auf einem Server als eigene Partition zu trennen?
A) Um die Bootzeit zu verkürzen
B) Um Benutzerkonfigurationen zu schützen
C) Um zu verhindern, dass Logs und Mails die Root-Partition füllen
D) Weil es im FHS vorgeschrieben ist
Frage 2 (Mehrfachauswahl)
Welche Partitionen sind bei einer typischen Workstation üblich?
A) /boot
B) /home
C) /var/lib/mysql
D) swap
Frage 3 (Befehlseingabe)
Prüfe, ob eine Festplatte mit MBR oder GPT partitioniert ist.
Frage 4 (Einzelauswahl)
Welches Limit hat MBR bei der Partitionierung?
A) 2 GB
B) 2 TB und 4 primäre Partitionen
C) 128 Partitionen
D) keine Limitierung
Frage 5 (Mehrfachauswahl)
Welche Partitionen sind für einen Datenbankserver besonders sinnvoll?
A) /var/lib/mysql separat
B) /boot separat
C) /home separat
D) swap
Lösungen & Begründungen
Frage 1: C) Logs und Mails liegen in /var, bei Überfüllung darf nicht das ganze System ausfallen.
Frage 2: B) und D). /home für Benutzerdaten, swap für Auslagerung. /boot ist optional, /var/lib/mysql ist nur für DB-Server relevant.
Frage 3 (Musterlösung):
sudo parted /dev/sda print
Frage 4: B) 2 TB Grenze und maximal 4 primäre Partitionen (oder 3 + 1 erweitert).
Frage 5: A), C), D). Ein DB-Server profitiert von separatem /var/lib/mysql, swap und getrenntem /home.
Mini-Lernkarte
- Partitionen: /, /boot, /home, /var, /tmp, swap
- MBR: max. 2 TB, 4 primäre Partitionen
- GPT: modern, bis 128 Partitionen
- Szenarien: Workstation vs. Mail-/DB-Server
Fazit
Partitionierung ist mehr als Technik – sie ist Strategie. Ob Workstation oder Server: Wer die richtige Trennung wählt, verhindert Ausfälle und erleichtert Wartung. MBR ist für Alt-Systeme relevant, GPT ist Standard in modernen Umgebungen. Diese Grundlagen sind essenziell für LPIC-1 und Praxis.
