Der Linux-Kernel stellt die Schnittstelle zwischen Hardware und Software bereit. Treiber sind meist als Kernel-Module implementiert – sie lassen sich zur Laufzeit laden, entladen und konfigurieren. Wer diese Werkzeuge sicher beherrscht, löst Treiberprobleme zügig und besteht die LPIC-1-Prüfung souverän.
Wichtige Befehle & Optionen (Prüfung + Praxis)
lsmod – geladene Module anzeigen
Kompakter Überblick über alle aktuell geladenen Module. Ideal, um schnell zu prüfen, ob ein Treiber aktiv ist.
lsmod # Liste geladener Kernel-Module (LPIC-Basis)
lsmod | grep e1000 # Praxis: gezielt nach Modul filtern
lsmod | wc -l # Praxis: Anzahl geladener Module zählen
lsmod | sort -k2 -n # Praxis: nach Speicherverbrauch sortieren
modprobe – Module (inkl. Abhängigkeiten) laden/entladen
Bevorzugtes Werkzeug, da es Dependencies automatisch auflöst und Module sauber einbindet.
sudo modprobe e1000 # Modul laden (LPIC)
sudo modprobe -r e1000 # Modul entladen (LPIC)
sudo modprobe -v e1000 # Praxis: verbose (zeigt, was passiert)
sudo modprobe dummy numdummies=2 # Praxis: Modulparameter setzen
rmmod – Modul gewaltsam entfernen
Entfernt ein Modul ohne Abhängigkeitsprüfung. In der Praxis nur gezielt einsetzen.
sudo rmmod e1000 # Entfernt das Modul (ohne Dependencies)
modinfo – Modul-Metadaten & Parameter anzeigen
Zeigt Herkunft, Lizenz, Version und Parameter eines Moduls – wichtig für Debugging und Feintuning.
modinfo e1000 # LPIC: Modul-Infos anzeigen
modinfo dummy # Praxis: verfügbare Parameter prüfen
modinfo e1000 | grep -i depends # Praxis: Abhängigkeiten überblicken
Lerneinheit – Übungsfragen im LPIC-Stil
Frage 1 (Einzelauswahl)
Welcher Befehl zeigt an, ob ein Modul bereits im Kernel geladen ist?
A) modprobe
B) lsmod
C) modinfo
D) insmod
Frage 2 (Mehrfachauswahl)
Welche Befehle können Module aktiv in den Kernel laden?
A) modprobe
B) insmod
C) rmmod
D) lsmod
Frage 3 (Befehlseingabe)
Ein Admin möchte das Modul dummy laden und prüfen, ob es aktiv ist.
👉 Gib die Befehle in der richtigen Reihenfolge ein:
Frage 4 (Einzelauswahl)
Welcher Befehl zeigt mögliche Parameter eines Moduls an?
A) lsmod
B) modprobe -r
C) modinfo
D) uname -r
Frage 5 (Mehrfachauswahl)
Welche Aussagen sind korrekt?
A) modprobe lädt Module inklusive Abhängigkeiten.
B) rmmod entfernt Module, prüft aber keine Abhängigkeiten.
C) modinfo zeigt Lizenz und Parameter eines Moduls.
D) lsmod kann Module direkt laden.
Lösungen & Begründungen
Frage 1: B) lsmod – listet geladene Module und deren Nutzung; modprobe/insmod laden, modinfo zeigt nur Metadaten.
Frage 2: A) modprobe, B) insmod – beides lädt; rmmod entfernt, lsmod zeigt nur.
Frage 3 (Musterlösung):
sudo modprobe dummy
lsmod | grep -E '^dummy(\s|$)'
So wird das Modul geladen und anschließend verifiziert. Alternativ: grep dummy /proc/modules.
Frage 4: C) modinfo – zeigt Parameter, Lizenz, Autor, Version etc.
Frage 5: A), B), C) sind korrekt. D) ist falsch: lsmod lädt nicht, es zeigt nur an.
Mini-Lernkarte
- Prüfen:
lsmod - Laden/Entladen (bevorzugt):
modprobe/modprobe -r - Forciert entfernen:
rmmod(ohne Dependency-Prüfung) - Infos & Parameter:
modinfo
Fazit
Kernel-Module sind die flexible Treiberschicht von Linux. Mit lsmod, modprobe, rmmod und modinfo lassen sich Treiber verwalten, prüfen und debuggen. Das ist prüfungsrelevant und im Betrieb essenziell – für saubere Deployments, schnelle Fehleranalysen und stabile Systeme.
